Dem Andenken an die Gründerinnen des Fröbel-Seminars Rosa und Dora Grünbaum

Rosa Grünbaum
Dora Grünbaum

 

In den Räumen der Klaus-Synagoge im Quadrat F1 gründeten die in Karlsruhe geborenen Schwestern Rosa und Viktoria (genannt Dora) Grünbaum im Jahr 1898 einen Kindergarten, der sich an den Erziehungsleitlinien des Pädagogen Friedrich Fröbel orientieren sollte. Schon wenig später begannen sie dort mit der Ausbildung von Erzieherinnen und schufen damit das Fröbel-Seminar als Ausbildungsstätte von höchstem Niveau. Unterstützt wurden sie dabei von den einflussreichen Mannheimer Kinderärzten Julius Moses und Eugen Neter. 1927 ermöglichte die Stadt Mannheim den Unterricht in einem neuen Schulgebäude im damals modernen Bauhaus-Stil im Schlosspark, dem heutigen „Fröbel-Seminar“.

 

 

Rosa und Dora Grünbaum trugen wesentlich zur Emanzipation der Frauen bei, indem sie ihnen Berufstätigkeit und damit Unabhängigkeit ermöglichten. Der breiten Anerkennung, die ihre Arbeit in der Zeit der Weimarer Republik fand, folgte jedoch mit dem Machtantritt der Nationalsozialisten eine rücksichtslose Verfolgung. Als Leiterinnen einer renommierten jüdischen Bildungseinrichtung wurden die Schwestern Grünbaum im März 1933 umgehend von ihrer jeweiligen Funktion als Leiterin und Mitarbeiterin der Einrichtung entlassen. Danach wirkten sie weiter in der Betreuung jüdischer Kinder.

 

 

Trotz ihrer Gefährdung harrten sie im Deutschen Reich aus und wurden 1940 an ihrem letzten Wohnsitz, einer „Judenwohnung“ in der Moltkestr. 6, von der Oktoberdeportation (22.10.1940) erfasst und in das südfranzösische Lager Gurs verschleppt. Dort starb Dora Grünbaum schon nach wenigen Tagen am 6. November. Rosa Grünbaum wurde nach fast zweijähriger Internierung im August 1942 nach Auschwitz deportiert und dort vermutlich direkt nach der Ankunft ermordet.