03.05.2013

Spanische Austauschschüler an der Helene-Lange-Schule

Seit September 2012 hat das berufliche Gymnasium der Helene-Lange-Schule Mannheim eine Partnerschule in Spanien. Die Jugendlichen aus Castro Urdiales, eine Kleinstadt im Norden der iberischen Halbinsel, haben vom 23. bis 20 April ihre deutschen Gastgeber besucht und zeigten sich dabei beeindruckt von dem vielfältigen kulturellen Angebot des Rhein-Neckar-Dreiecks.




An der Mannheimer Helene-Lange-Schule stieg die Spannung merkbar. Würden die Spanier nun zur angekündigten Zeit in Frankfurt ankommen? Stunde um Stunde und schließlich um einen ganzen Tag verschob sich ihre Ankunft aufgrund des Streiks einer deutschen Luftfahrgesellschaft. Um so größer war die Erleichterung bei den 17 Schülerinnen und Schülern der gymnasialen Kursstufe 2 der beruflichen Richtungen „Biotechnologie, Ernährungswissenschaften und Sozialwissenschaften“, als sie ihre Austauschschüler endlich in Empfang nehmen konnten.

Am nächsten Morgen zeigten die Deutschen ihren spanischen Gästen zunächst die Schule. Bei einem Streifzug durch die Lehrmittelsammlung erfuhren die Spanier, dass Lehrbücher in Baden-Württemberg kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Dies rief großes Staunen hervor, da in ganz Spanien alle Schulbücher von den Schülern selbst erstanden werden. Ebenso überrascht waren die Spanier über das Klassenzimmer im Freien, in dem zufälligerweise gerade Spanischunterricht abgehalten wurde. Vor dem anschließenden Empfang mit Mittagessen hielt der stellvertretende Schulleiter, Herr Dr. Bellemann, eine kurze Begrüßungsrede – wohlgemerkt auf Spanisch.
Beim Besuch des Fernmeldeturms und des Luisenparks am Nachmittag herrschte zum Glück strahlender Sonnenschein, natürlich durfte eine Fahrt mit der Gondoletta – umringt von hungrigen Karpfen – nicht fehlen.

Weitere Highlights des Austauschprogramms waren sicherlich der Rundgang durch den Landtag der Landeshauptstadt Stuttgart und die anschließende rege Diskussion mit dem Mannheimer Landtagsabgeordneten der Grünen, Wolfgang Raufelder. Auch der Stadtrundgang durch die lebhafte Innenstadt bei sommerlichem Wetter bleibt bestimmt allen in guter Erinnerung.

Bei der englischsprachigen Stadtführung durch Weinheim erfuhren die spanischen Besucher, dass ihre Vorfahren vermehrt in Weinheim eingefallen waren, aber auch, dass das heutige Kiosk im Schlosspark der einstigen adligen Tochter als Puppenhaus diente und dass ehemals Winzer, die nicht bereit waren einen Teil ihres edlen Tropfen dem adligen Herrscher in vollem Umfang abzugeben und deshalb ihre „Steuer“ mit Wasser verdünnten, viele Jahre im Turmgefängnis schmoren mussten, wenn sie bei ihrer Missetat erwischt wurden. Nach dem Stadtrundgang ging es hoch zur Burg Windeck, wo ein kleiner Imbiss und eine Erfrischung auf die Wanderer warteten.

Ein richtiges deutsches Frühstück mit Käse, Wurst und Frühstücksei sollten die Spanier auch mal erlebt haben – in Spanien fällt die Morgenmahlzeit bekanntermaßen ja eher kurz aus. Somit stand für den Besuch ein Frühstücksbuffet im Mannheimer Strandbad auf dem Programm. Da fiel es dem ein oder anderen schwer sich zwischen Spiegel-, Rühr- oder gekochtem Ei zu entscheiden.

Krönender Abschluss des Austauschprogramms war natürlich Heidelberg mit der Bergbahnfahrt zum Schloss, seinem Weinfass und dem Apothekenmuseum. Die 40-minütige  Bootstour auf dem Neckar bot eine Verschnaufpause bevor es weiter zum Stadtrundgang durch Heidelberg ging. Am Ende des Tages fand dann das Abschiedsgrillen im Garten der Helene-Lange-Schule statt, das bis weit nach Sonnenuntergang dauerte. Am letzten Tag vor der Rückfahrt mit Bus nach Frankfurt konnte noch der Mannheimer Wasserturm bewundert und ein Souvenir erstanden werden.

Wie nebenbei möbelten alle Teilnehmer während des achttägigen Aufenthaltes ihre spanischen und englischen Sprachkenntnisse auf, was vor allem praktisch für diejenigen ist, die eine Präsentationsprüfung in Spanisch oder Englisch im mündlichen Abitur vor sich haben.


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