26.06.2017

Schüleraustausch mit Spanien

Seit September 2012 hat das berufliche Gymnasium der Helene-Lange-Schule Mannheim eine Partnerschule in Spanien. Die Jugendlichen des Gymnasiums Brianda de Mendoza in Guadalajara, eine Kleinstadt in der Nähe der Hauptstadt, haben dieses Jahr vom 28. April bis 4. Mai ihre deutschen Gastgeber besucht und zeigten sich dabei beeindruckt von dem vielfältigen Angebot des Rhein-Neckar-Dreiecks. Auch die deutschen Schülerinnen und Schüler erwartete ein umfangreiches kulturelles Programm beim Gegenbesuch in Spanien, der eine Woche später stattfand.




An der Mannheimer Helene-Lange-Schule stieg die Spannung merklich, denn bis zur Anreise der 16 spanischen Gastschülerinnen und – schüler wurden zwar schon eifrig E-Mails in spanischer oder deutscher Sprache geschrieben und auch Fotos ausgetauscht, aber ein Treffen in Fleisch und Blut ist doch etwas ganz anderes. Somit gab es dann ein großes Hallo bei der Ankunft am Frankfurter Flughafen als die 16 Schülerinnen und Schüler der gymnasialen Kursstufe 2 des beruflichen Gymnasiums ihre spanischen Gäste in Empfang nahmen.

Am nächsten Morgen stand zunächst eine Schulführung auf dem Programm. Bei einem Streifzug durch die Lehrmittelsammlung erfuhren die Spanier, dass Lehrbücher in Baden-Württemberg kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Dies rief großes Staunen hervor, da in ganz Spanien alle Schulbücher von den Schülern selbst erstanden werden. Ebenso überrascht waren die Spanier über das sog. Klassenzimmer im Freien, in dem zufälligerweise gerade Spanischunterricht abgehalten wurde. Vor dem anschließenden Rundgang durch Mannheim hielt der stellvertretende Schulleiter, Herr Dr. Bellemann, eine kurze Begrüßungsrede – wohlgemerkt auf Spanisch. Zum Glück hielt das sommerliche Wetter für das abschließende Picknick am Rhein – Picknickkörbe und Decken waren liebevoll von einem nahegelegenen Restaurant hergerichtet worden.

Bei der englischsprachigen Stadtführung durch Weinheim erfuhren die spanischen Besucher, dass ihre Vorfahren in Weinheim wiederholt eingefallen waren, aber auch, dass der heutige Kiosk im Schlosspark der adligen Tochter als Puppenhaus diente und dass ehemals Winzer, die nicht bereit waren einen Teil ihres edlen Tropfen dem adligen Herrscher in vollem Umfang abzugeben und deshalb ihre „Steuer“ mit Wasser verdünnten, viele Jahre im Turmgefängnis schmoren mussten -  wenn sie bei ihrer Missetat erwischt wurden.

Ein weiteres Highlight des Austauschprogramms stellte sicherlich der Besuch der Finanzmetropole Frankfurt mit Maintower dar. Entspannen lässt es sich dann wunderbar im Mannheimer Luisenpark. Bei strahlendem Sonnenschein durfte eine Fahrt mit der Gondoletta – umringt von hungrigen Karpfen – nicht fehlen.
Krönender Abschluss des Austauschprogramms war natürlich Heidelberg mit der Bergbahnfahrt zum Schloss, seinem Weinfass und dem Apothekenmuseum. Die 40-minütige  Bootstour auf dem Neckar bot eine Verschnaufpause, bevor es weiter zum Stadtrundgang durch Heidelberg ging. 
Wie nebenbei möbelten alle Teilnehmer während des siebentägigen Aufenthaltes ihre spanischen und englischen Sprachkenntnisse auf, sehr vorteilhaft für diejenigen mit Spanisch oder Englisch im mündlichen Abitur. Diese Kenntnisse konnten eine Woche später beim Gegenbesuch in Spanien vertieft werden.

Auch die deutschen Schülerinnen und Schüler erwartete ein umfangreiches kulturelles Programm und sogar ein Empfang im Rathaus der Stadt Guadalajara durch Repräsentanten des dortigen Bürgermeisters.
Die Gaststadt Guadalajara selbst ist schon beeindruckend– aber die Hauptstadt Madrid hat natürlich noch viel mehr zu bieten – alleine ein Besuch des berühmten Museums El Prado mit seinen weltweit bedeutendsten Kollektionen von ca. 5000 Gemälden und Skulpturen ist ja schon tagesfüllend. Bei einer Schnitzeljagd durch das Museum erfuhren die Schüler mehr über die Künstler und Kunstwerke.

Durch nichts “getoppt” werden konnte der Besuch Toledos, der ehemaligen Hauptstadt Spaniens, in der jeder Winkel Geschichte atmet. Toledo trägt auch den Beinamen Stadt der drei Kulturen oder Stadt der Toleranz. Hier nämlich lebten unter maurischer Herrschaft Juden, Moslems und Christen zur gleichen Zeit.

Äußerst lehrreich und unterhaltsam gestaltete sich ein Besuch des Imkerforschungs- und Umweltzentrums in Marchamalo. Es ist nicht verwunderlich, dass gerade hier über Bienen geforscht wird, denn die Region Castilla La Mancha ist berühmt für ihre vielfältigen Honigsorten.
Wie wichtig Bienen für die Landwirtschaft sind und dass Honig nicht gleich Honig ist, wurde den Schülern nochmals vor Augen geführt. Und auch wie es sich anfühlt Imker zu sein – von Kopf bis Fuß geschützt durch Imkerkleidung durften ganz beherzte Schüler eine Bienenwabe aus einem Stock nehmen. Die Bienenkönigin finden und markieren allerdings überließen die Schüler lieber einem gelernten Imker. Am Ende des Besuchs gab es noch verschiedene Arten von Honig zum Mitnehmen – das perfekte Mitbringsel für die Daheimgebliebenen.

Alle waren sich einig – der Schüleraustausch mit Spanien war wieder sehr gelungen!


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